Immer wieder gehe ich an einer neulich eröffneten Kneipe vorbei. Meistens ist sie leer, schon seit Wochen. Dabei sieht es drinnen gar nicht so schlimm aus. Gut, der Plasmabildschirm, auf dem wohl tonlos Videoclips laufen, spricht nicht gerade für Stil und Geschmack, aber sonst spräche nichts dagegen, überhaupt mal reinzuschauen auf ein Getränk.

Was hält mich ab, was hält andere ab? Will man nicht Erster sein, scheut man die Aufmerksamkeit, die einem der Wirt stark entgegenbringen würde, weil man der händeringend herbeigesehnte Gast wäre? Vielleicht hallt es, wenn man spricht, weil andere fehlen, die den Schall schlucken könnten.

Vielleicht wird geglaubt, wo keiner drin ist, da kann es nicht gut sein, da lassen wir uns nicht nieder? Kneipengänger – soziale Wesen in Reinform; einer muss schon da sein, dann erst ziehen wir nach?

Wer eine Bar eröffnet, sollte den ersten Monat Bar-Statisten engagieren, die dort Gäste spielen, sodass wirkliche Gäste die Hemmschwelle und gleich auch die Türschwelle überwinden. Das wäre in den heutigen Zeiten eine ungemein geniale Geschäftsidee: Agentur für Bar-Komparsenvermietung.

Eine Antwort zu “gigantische Geschäftsidee – oder, warum gehen wir ungerne irgendwo rein, wo noch niemand drin ist?”

  1. Nora sagte

    ungerne gibt es nicht das heißt ungern

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